Seleçao in Weggis

A seleçao brasileira em Weggis na Suiça

Dienstag, Mai 30, 2006

"Brasilien selbst ist sein schlimmster Feind"


Mit Portugal rechnet sich Luiz Felipe Scolari bei der WM einiges aus. Brasilien, das er 2002 zum Titel führte, stehe aber über allen Teams. Im Interview preist Scolari zudem die deutsche Fußballkultur und spricht über ein mögliches Engagement im Land des WM-Gastgebers.






Frage: Herr Scolari, wo steht Ihre Mannschaft wenige Tage vor Beginn der WM?

Scolari: Portugal strahlt! Portugal ist nun ein ganz neues Team, eine mächtige Mannschaft, die Chancen auf jeden Titel der Welt hat. Portugal hat ein sehr starkes, intelligentes und fittes Team. Es macht mich stolz, mit einer Mannschaft zu spielen, die gewinnen kann, die ihre Gegner beunruhigt und die außerdem einen großartigen Fußball zeigt. Die Fans stehen komplett hinter uns, und das treibt uns seit der EM 2004 an. Und seitdem ist die Unterstützung weiter gewachsen, denn die Leute haben uns gesehen und fühlen, dass wir es noch besser können, als wir es bisher gezeigt haben.

Frage: Was genau erwarten Sie für Portugal bei der Weltmeisterschaft? Was ist Ihr Ziel?

Scolari: Der Sieg ist unser einziges Ziel. Wir sind uns der Stärke der anderen bewusst, wissen aber auch genau, was wir können. Das war meine Arbeit, mein Bestreben, diese Spieler und das ganze Land wieder an ihre Nationalmannschaft glauben zu lassen. Seit 2004 spielen wir brillant, und es gibt nur gute Neuigkeiten. Daher ist unser Ziel bei der Weltmeisterschaft auch der Titel. Seien Sie sicher, dass wir das Finale erreichen und mit den anderen großen Mannschaften um den Titel kämpfen wollen.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen dem Trainerjob in Brasilien und dem in Portugal?

Scolari: Es gibt riesige Unterschiede im Hinblick auf Stil, Atmosphäre, die Gefühle, die Beziehungen. Fußballerisch gesprochen, ist es vollkommen anders und schwerer in Portugal. Denn in Brasilien gibt es so viele Spieler, dass das einzig Schwierige ist zu entscheiden, wer jetzt gerade der Richtige ist. In Europa ist die Kapazität für Einwechselungen kleiner. Bis heute hat es Portugal nur einmal zu einem EM-Finale geschafft.

Frage: Welche Folgerung ziehen Sie daraus?

Scolari: Das ist zu wenig für eine starke Fußballnation. Während Brasilien immer gewinnt, wandelt sich die Mentalität hier. Vierter bei der Weltmeisterschaft zu werden, wäre für Portugal ein historisches Ereignis. Brasilien hat mehr Talente. Portugal dagegen ist taktisch absolute großartig, mit eleganten Bewegungen, wie sie in Europa schwer zu finden sind. Die Portugiesen nehmen Fußball nicht als freudigen Moment, sondern einfach sehr ernst.

Frage: Noch nie gab es ein Land, das so viele Nationaltrainer gestellt hat - es gibt nicht weniger als fünf brasilianische Trainer bei der WM in Deutschland.

Scolari: Viele Leute haben geglaubt, Brasilien könne nur Spieler exportieren. Nun gibt es den Beweis, dass auch Trainer bei ausländischen Mannschaften sehr gefragt sein können. Das zeigt, dass wir auf taktischer Seite viel einzubringen haben, denn Carlos Alberto Parreira, ich, Zico, Alexandre Guimarães und Marcos Paquetá, wir alle tragen große Verantwortung und zeigen großartigen Fußball mit allen fünf Nationalmannschaften. Brasilianische Spieler geben dem Ball einen verträumten Anstrich, brasilianische Trainer geben einem solchen Spiel die Hoffnung auf Entwicklung und dem Stil der Fußballer des Landes, in dem sie arbeiten, ein wenig Farbe. Wir machen den Fußball zu einem größeren Vergnügen. Der Erfolg ist der Beweis für das, was ich da sage. Bald wird es noch mehr brasilianische Trainer auf der Welt geben. Wir sind gut, und wir werden bleiben.

Frage: Wer sind für Sie bei dieser WM die Favoriten?

Scolari: Italien und Argentinien spielen sehr gut. Ich mag das holländische Spiel, ich sehe, dass sich Deutschland dramatisch verbessert hat. Und natürlich habe ich ein Auge auf Spanien und Tschechien. Vor allem aber sehe ich Brasilien, denn sie stehen noch eine Stufe über den anderen. Sie selbst sind ihr schlimmster Feind. Brasilien sollte gewinnen, wenn es nicht jemandem an einem guten Tag gelingt, ihnen in die Quere zu kommen. England könnte diese Mannschaft sein. Ich glaube dieses Mal nicht wie so viele andere an eine Überraschung. Das einzige Land, auf das ich wetten würde, ist Portugal, denn ich habe die anderen Mannschaften ernsthaft analysiert, und Portugal ist in unglaublicher Form.

Frage: Wie wird Ihre Zukunft aussehen, nachdem Ihr Vertrag mit Portugal am 31. Juli ausläuft?

Scolari: Ich könnte mir vorstellen, ein drittes Mal für eine andere Mannschaft zu arbeiten, mir gefällt die Idee. Wenn ich es nicht unter die acht besten Mannschaften der Welt schaffe, betrachte ich meine Arbeit als misslungen und werde gehen. Dann ist alles offen. Wenn ich es aber schaffe, Portugal an die Weltspitze zu bringen, bestehen Chancen, dass ich hier bleibe, in diesem Land, das ich so liebe und in dem meine Familie Freude und Frieden gefunden hat.

Frage: Wer sind Ihre wichtigsten Spieler?

Scolari: Für mich sind alle meine Spieler Schlüsselfiguren. Ich möchte, dass Luis Figo so spielt wie in seinen besten Momenten. Das gleiche gilt für Rui Costa. Ich möchte, dass sie konkurrenzbetont sind, wie Deco, Costinha oder Pauleta. Wie Cristiano Ronaldo. Diese Jungs müssen führen, Seite an Seite mit Ricardo Carvalho und all den anderen. Portugal ist mein Brasilien von 2002: Jeder ist enorm nützlich, wichtig und entscheidend. Portugal muss den Platz einnehmen, den es unter den besten zehn Mannschaften der Welt jetzt hat.

Frage: Könnten Sie auch in Deutschland Trainer werden?

Scolari: Warum nicht? Es ist kulturell ein idealer Ort, und das Land und ich haben viel gemeinsam. Sehen Sie sich nur meine blauen Augen an. Ich komme aus dem südlichen Teil Brasiliens, in dem es so viele deutsche Immigranten gibt, die Teil meiner Kindheit, meines Lebens sind. Meine Familie stammt aus Italien, aber wir haben viel über Deutschland gelernt. Ich könnte mir das vorstellen, denn Deutschland hat eine sehr starke Fußballkultur, die mich sehr interessiert. Und ich möchte das Essen hervorheben, ich mag den Fußball, ich mag das Land, und ich glaube, ich werde die Weltmeisterschaft in Deutschland sehr genießen.

4 Comments:

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Sonntag, 02 Juli, 2006  
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Donnerstag, 20 Juli, 2006  
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Samstag, 22 Juli, 2006  

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