Seleçao in Weggis

A seleçao brasileira em Weggis na Suiça

Dienstag, Juni 06, 2006

Brasilien Weltmeister - nach Marktwert

Die brasilianische Nati zieht als teuerste Fussballmannschaft aller Zeiten ins WM-Trainingslager in Königstein ein, der Stadt mit der höchsten Millionärsdichte Deutschlands.

Ausgerechnet in Königsstein, der Kleinstadt im Taunus nahe Frankfurt, wo auf 10´000 Steuerpflichtige 97 Millionäre kommen, bereitet sich die Equipe der Superlative auf die WM-Titelverteidigung vor. Der Gesamt-Marktwert der 23 Spieler des fünffachen Weltmeisters liegt nach Schätzungen bei 410 Millionen Euro. Das ist Rekord.

Der Teuerste: Ronaldo de Assis Moreira – kurz Ronaldinho. Er gilt als wertvollster Profi der Fussball-Geschichte. Bei Barcelona, das Ronaldinho zweimal zur spanischen Meisterschaft und einmal zum Champions-League-Triumph geführt hat, steht er bis zum 30. Juni 2010 unter Vertrag. In der Ausstiegsklausel ist die Summe von 125 Mio. Euro festgeschrieben.

Bevor der «Weltfussballer» von 2004 und 2005 in Spanien verlängerte, hatte Krösus Roman Abramowitsch angeblich 140 Millionen geboten, um Ronaldinho zu Chelsea zu locken. Die Angaben über das Jahresgehalt des Ballzauberers beginnen bei 15 Millionen auf der nach oben offenen Skala. Inklusive Sponsoreneinnahmen wurde der Marktwert des 26-Jährigen schon einmal auf 47 Mio. Euro beziffert.

Doch auch Ronaldinhos Nebenleute Kaka, Ronaldo, Adriano und Robinho sind mehr wert als viele Fussballklubs. Kaka hat mit dem AC Milan einen bis 2010 laufenden Vertrag und wird auf 35 Mio. Euro geschätzt. Stürmerstar Ronaldo von Real Madrid (Vertrag bis 2008) ist nicht unter 30 Mio. Ablöse zu haben.

Adriano von Inter Mailand (Vertrag bis 2010) stürmte als Torschützenkönig des Confed-Cups vom vergangenen Jahr in die gleiche finanzielle Liga. Toptalent Robinho, das hinter den beiden auf Einsätze drängt, wechselte im vergangenen Juli nach monatelangem Tauziehen für 24,8 Mio. Euro vom FC Santos zu Real Madrid.


Ronaldinho: FC Barcelona (bis 2010) – 125 Millionen (laut Ausstiegsklausel)

Kaká: AC Mailand (bis 2010) – 35 Millionen Euro (geschätzt)

Adriano: Inter Mailand (Vertrag bis 2010) – 30 Millionen Euro (geschätzt)

Ronaldo: Real Madrid (bis 2008) – 30 Millionen Euro (geschätzt)

Robinho: Real Madrid (bis 2010) – 25 Millionen Euro

Juninho: Olympique Lyon (bis 2008) – 20 Millionen Euro (geschätzt)

Lucio: Bayern München (bis 2010) – 20 Millionen Euro (geschätzt)

Cris: Olympique Lyon (bis 2010) – 15 Millionen Euro (geschätzt)

Cicinho: Real Madrid (bis 2010) – 12 Millionen Euro (geschätzt)

Fred: Olympique Lyon (bis 2009) – 12 Millionen (geschätzt)

Roberto Carlos: Real Madrid (bis 2007) – 10 Millionen Euro (geschätzt)

Dida: AC Mailand (bis 2007) – 10 Millionen Euro (geschätzt)

Emerson: Juventus Turin (bis 2007) – 10 Millionen Euro (geschätzt)

Luiso: Benfica Lissabon (bis 2009/plus 1 Jahr Option vom Verein) – 10 Millionen Euro

Zé Roberto: Bayern München (Vertrag bis 2006/nicht verlängert) – 10 Millionen Euro

Gilberto Silva: Arsenal London (2009) – 8 Millionen Euro (geschätzt)

Juan: Bayer Leverkusen (bis 2009) – 8 Millionen Euro (geschätzt)

Gilberto: Hertha BSC (bis 2008) – 5 Millionen Euro (geschätzt)

Ricardinho: Corinthians Sao Paulo (bis 2007) – 4,5 Millionen Euro

Julio Cesar: Inter Mailand (bis 2008) – 4 Millionen Euro (geschätzt)

Mineiro: FC Sao Paulo (Laufzeit unbekannt) – 3 Millionen Euro

Cafu: AC Mailand (bis 2007) – 2 Millionen Euro (geschätzt)

Rogerio Ceni: FC Sao Paulo (bis 2008) – 1,5 Millionen Euro (geschätzt)

WM-Fieber in Rio





Für Brasilianer ist die Sache klar: Ihre Nationalelf muss bei der WM in Deutschland den sechsten Titel holen. Und nebenbei auf dem Rasen zaubern. In Rio herrscht bereits Partystimmung als ob Brasilien selbst Gastgeber der WM 2006 wäre.

Rio de Janeiro - Sie bemalen stundenlang den Asphalt. Sie erklimmen klapprige Leitern, um ungezählte Wimpel mit der Landesfahne in den Straßenzügen aufzuhängen. Sie tun alles, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Vier Tage vor Turnierbeginn sind die Bewohner Rio de Janeiros mitten im WM-Fieber. Noch bevor der erste Ball gespielt ist, feiern die Fans des Rekordweltmeisters sich selbst.

Spätestens wenn am 13. Juni die Seleção zum ersten Spiel der Gruppe F im Berliner Olympiastadion gegen Kroatien antritt, wird der Wahlspruch der Föderativen Republik Brasilien "Ordem e Progresso" - "Ordnung und Fortschritt" - vorübergehend ausgesetzt. Alles andere als eine Titelverteidigung und der damit sechste WM-Erfolg des brasilianischen Verbandes ist für die knapp 200 Millionen Einwohner des Landes nicht auszudenken.

Die brasilianische Nationalmannschaft landete gestern Nacht auf dem Frankfurter Flughafen und fuhr von dort in ihr WM-Quartier nach Königstein im Taunus. In der Region werden ab heute täglich bis zu 10.000 Fans des Teams erwartet. Der Zuschauer-Ansturm dürfte am Donnerstag bei 25.000 liegen. Dann präsentieren sich die Stars zum einzigen öffentlichen Training.

Schon beim Trainingslager der Brasilianer in der Schweiz mussten die Sicherheitsvorkehrungen verschärft werden. Während einer Traingssession rannte eine besonders heißblütige Anhängerin auf den Platz, schnappte sich Star-Kicker Ronaldinho und begrub ihn wild küssend unter sich.

Der weitaus überwiegende Teil der Fans wird die WM-Auftritte der "Os Canarinhos" ("die Kanarienvögel"), wie die Mannschaft aufgrund ihrer knallgelben Trikots in der Heimat genannt wird, mit mindestens fünfstündigem Zeitunterschied in Brasilien verfolgen. Die räumliche Distanz ist allerdings kein Hindernis für eine farbenfrohe Unterstützung der Mannschaft. So haben viele Bewohner Rio de Janeiros die Straßen mit den Landesfarben und aufmunternden Botschaften für ihre Fußball-Idole bemalt. Außerdem schmücken tausende kleine Nationalflaggen die Stadt.

Zur "Mission Titelverteidigung" steuert auch die Finanzwelt ihren Teil bei. An Spieltagen der Nationalmannschaft werden die Banken sowie die Börse von Sao Paulo ihre Geschäfte um zwei Stunden früher schließen, "um Mitarbeitern und Kunden die Möglichkeit zu geben, die Spiele der brasilianischen Mannschaft im TV zu verfolgen", wie es hieß. Neben dem ersten Vorrundenspiel gegen Kroatien gilt die Regelung auch für das Duell mit Japan am 22. Juni.